Die Wahrheit
Die Wahrheit" - Erwiesene Erkenntnisse anschaulich erläutert | grauzone 07
Sie sind unter uns ! Ich habe zwar noch nicht herausfinden können, wer sie wirklich sind und welches Ziel sie verfolgen, doch ich erkenne zunehmend mehr Zusammenhänge und kann aus verschiedenen Vorfällen gewisse Verallgemeinerungen ableiten. Nun wird sich vielleicht manch einer fragen, warum ich in einem so frühen Stadium meiner Forschungen bereits an die Öffentlichkeit trete. Fakt ist: sie sind gefährlich, sie sind mehr als wir denken, und wir müssen zusammen die Hintergründe dieser Vorgänge aufzudecken versuchen. Ich will nun mit einem ersten - überaus heftigen - Vorfall in die Thematik einsteigen. Ort des Geschehens: Tram N55-Haltestelle Greifswalder Ecke Thälmannpark ca 1 Uhr nachts. Ich sitze und warte. Und dann kommt er: ca Mitte 50, Bierbauch, Scheitelfrisur, braune Lederjacke, Strickpullover braun mit grünen Tannenbäumen drauf, Jeans und braune Slipper. Über dieser unauffälligen Kleidung ein rundes Gesicht in rot, mit krampfartigen Zuckungen, als wolle sich da etwas herausinkarnieren. Goldkettchen und Quarzuhr ergänzen die Erscheinung. Mir war sofort klar, daß dies einer von denen war, und ich bekam auch sofort d a s klassische Merkmal geliefert: die sich selbst aufhängende Informationsschleife. Die nächsten 20 Minuten dröhnte sein von Gesichtszuckungen begleiteter Baß über die Kreuzung und gab eine Botschaft aus folgenden Bestandteilen von sich: "Stasischweine... Pfui...für Deutschland...auf Kosten der Bürger gelebt...Pfui für Deutschland...Stasischweine ...(usw)". Nur mit äußerster Disziplin konnte ich mich der hypnotisierenden Wirkung seiner unrhythmischen, aber beharrlichen Entäußerungen entziehen . Und bereits hier ahnte ich, was sich später in der Bahn bestätigen sollte: die Redundanz simplifizierter Sachverhalte ist ihre wichtigste Waffe. Was folgte, war eine weitere Endlosschleife, nun leiser vorgetragen, aus: "da brauchs gar keinen Krieg zu geben... das macht die Umwelt schon alleine..." - als ich zehn Minuten später ausstieg, nahm ich ein ungutes Gefühl mit, eine Mischung aus kataleptischen Bewegungsirritationen und kompletter Synapsen-Apathie. Ich war wie gelähmt. Und das scheint mir auch eins ihrer vornehmlichen Ziele zu sein. Denn etwa eine Woche später passierte mir folgendes: ich saß ca 6 Uhr morgens S-Bhf Landsberger Allee. Ein junger Mann lief mit Walkman in einem Kreis von knapp zwei Metern verschiedene Sternformen und intonierte die mir bekannte Schleife aus: "bitte, bitte lauf, lauf, gib nicht auf.... ich brauch dich doch auch nicht mehr als du mich... " in codierter Reihenfolge. Diesmal war die Wirkung auf mich noch verheerender: mein Kopf klappte nach vorn und ich schlief ein, wurde jedoch glücklicherweise wieder wach, als meine Bahn vor mir stand. Panisch machte ich mich davon, ich fühlte, daß ich ihnen diesmal nur knapp entkommen war. Sie sind subtil, das sage ich Euch, sie kommen in den harmlosesten Verkleidungen. Da war zum Beispiel neulich dieser Mann, abends 20 Uhr, an der Tram Konrad-Wolf / Ho-Chi-Minh-Straße: etwa 40 Jahre alt, grüner Parker mit Kapuze und Walroßbart, dazu eine abgeranzte Ledertasche. Fast hätte ich ihn nicht erkannt,denn sein Monolog war äußerst komplex, und erst spät als Schleife zu enttarnen. Inhaltlich ging´s darum, daß er gerade von Kontrolleuren ertappt worden und dann abgehauen war. Er variierte die Details bei den Wiederholungen geschickt: einmal saßen die Kontrolettis schon in der Bahn, dann wieder waren sie erst später zugestiegen und so. Nachdem ich ihm zehn Minuten schweigend zugehört hatte, erkannte ich, daß auch er einer von denen war und ließ ihn kalt abblitzen. Aber nicht nur im Dunkeln und vor wenigen Zeugen treten sie in Erscheinung. Einen Vorfall will ich noch berichten, der deutlich macht, wie sie versuchen, in alltäglichen Situationen einfältige Gemüter auf ihre Seite zu ziehen. Es passierte so etwa 13 Uhr mittags im Postamt Skalitzer Straße. Es war knackevoll, lange Schlangen warteten an den zwei geöffneten Schaltern. Plötzlich begann einer der Neuankömmlinge, lauthals über die Post und ihre ostige Arbeitsweise zu schimpfen. Ich betrachtete ihn genauer: um die 60, einfach und proletarisch gekleidet, ehrliche Haut. Die anderen Wartenden brachten ihm sofort Sympathie entgegen, drückte er doch in spontanen Worten genau das aus, was in ihrem Kopf wirr brodelte. Ich blieb mißtrauisch. Und dann passierte, was ich bereits geahnt hatte: urplötzlich hängte er sich in einer dieser Endlos-Schleifen auf und beendete seine wiederholte Schimpftirade auch nicht, als schon alle anderen einen Meter von ihm abgerückt waren. Sein Gesicht wies dabei ebenfalls somnambule Erregungszustände auf, er wirkte verkrampft und geradezu besessen. Ich denke, aus diesen Beispielen läßt sich bereits folgendes ableiten:
- Sie treten einzeln auf, bevorzugt in den Nachtstunden, und sind unauffällig gekleidet.
- Typisches Erkennungsmerkmal ist die aus wenigen Einzelfetzen redundant zusammengesetzte Informations-Schleife.
- Die Wirkung dieser Schleife ist paralysierend, sie ist subtil anstrengend und setzt das Fluchtvermögen herab, man fühlt sich in gewissem Sinne ausgeliefert. Die wichtigste Erkenntnis ist für mich jedoch die scheinbar einfachste: sie sind unter uns und sie wirken in Zusammenhängen, die uns nicht immer erkennbar sind. Es ist daher äußerst wichtig, ihr Verhalten zu studieren, bewußt auf sie zu achten und nie zu vergessen, das sie da sind und gegen uns arbeiten. Sie wollen uns mürbe machen, uns psychisch destabilisieren und uns zu degenerierten Sklaven ihrer regressiven und jeden Sinn zerstörenden GedankenStruktur verarbeiten. Aber nur über meine Leiche!
rog
Wehrt auch Ihr Euch ! Jetzt!