Die grauzone - ein Kulturmagazin (1998 -2004)

Die CD des Monats Oder: wie ich mich bei Gerd einschleime

Eigentlich wollten wir ja niemals neue Tonträger in der grauzone besprechen, weil das ja alle Fanzines machen und doch nichts bei rumkommt. Aber dann traf ich neulich den Gerd, und da hab ich ihm gleich ein Exemplar unseres Lebenshilfe-Journals in die Hand ge- drückt. Ich war bereits reichlich neben der Kappe, und dieses Treffen daher am nächsten Morgen vergessen. Doch keine zwei Wochen später schickt uns der Gerd , wohlgemerkt ohne irgendeinen Gruß oder ein paar vorberei- tende Worte. das Cover mit viel Liebe und Einfalt gestaltet. Ich legte das Ding also auf, und mich erwarteten geschlagene 65:17 Minuten gröbster Nonsens, Slapstick und dilet- tantische Musik; kurz: ich war begeistert. Und da die Wende mittlerweile fast zehn Jahre her ist, läßt sich das wohl auch nicht mehr damit erklären, daß eine Ostpocke jeden Scheiß gut findet, den es um- sonst gab. Wohl eher damit, daß die- ses ehrliche Stück Arbeit (uäh) tatsächlich des Fil´s Geistes Kind ist, dem wir ja doch alle spätestens seit Didi & Stulle zu Füßen liegen. Ent- sprechend frisch und natürlich kommt dann auch ein Lacher nach dem ande- ren (nein, ich war nicht bekifft) - so daß ich letztendlich auch mal wieder meine Bahn zur Uni verpaßte. "Aber wißt Ihr was: auf Bertold Brecht, ich glaub da könnt´ich grad nochmal ver- zichten - doch wenn hier einer sagt, es ging´ auch ohne Rock´n Roll, da muß ich sagen: Schätzchen, mitnichten !" (Lied Nr.7) Für den Rock´n´Roll bricht der liebe Fil echt ´ne Lanze, Du, und auch für den Jazz und Metal-Lord Jesus und gegen die Love-Parader, die immer in unser´n Tiergarten pissen. Nebenher fantasiert er über eine Reise zum Mann im Mond, der gerne ´ne Tüte Marok mitraucht, aber nich selber drehen kann, und prangert an, daß die Welt jetzt in den Händen der 18jährigen ist, die von damals garnichts wissen und also eigentlich auch nicht mitreden dürften. Fluffiger und ungekünstelter Humor, gepaart mit feiner Beobachtungsgabe und einer Prise Selbst-Reflexion... Nee, im Ernst, ich hab mir das Ding jetzt drei- mal angehört und find´s immer noch lustig. Die musikalische Untermalung hat auch genug Unterhaltungswert, diese CD daß man nicht unbedingt die ganze Zeit mit lauschendem Ohr vor dem Lautsprecher verweilen muß. 15 Songs sind auf dem guten Stück für die Musik-Geschichte verewigt, einige davon live aufgenommen (leider in Siegen, wo das Publikum den Humor offensichtlich auch nicht gerade erfunden hat). Jedenfalls eine abwechslungsreiche CD, die weiterhin zu loben mir leider mein Wort- und Ideenschatz nicht erlaubt. Hört einfach mal rein und amüsiert Euch. Ich für meinen Teil werde je- denfalls dem Gerd mal wieder ´ne grauzone in die Hand drücken und warten, was er uns beim nächstenmal schönes zuschickt. Vielleicht ist das ja der Beginn einer wundervollen Männerfreundschaft... ! , . (25 DM) rog "Fil the shrill: Drum & Bass" Vielklang Berlin 1999

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