| Artist | Diverse |
|---|---|
| Album | Beton Brennt |
| Release | Rawbuilt 002 |
| Year | 2000 |
| Format | mp3;128kbit;44kHz |
Wenn ich mich recht erinnere, war es im Herbst 98, als ich nach einer Recording-Session mit einer Metal-Band aus Berlin-Pankow verkatert mein Kabuff aufräumen wollte und dabei die inzwischen recht beachtliche Anzahl an Bändern entdeckte, die sich über die Jahre an dem wohl am wenigsten beachteten Ort des WB 13, dem Studio-Schrank, angesammelt hatten. Ich begann, die einzelnen Bänder durchzuhören. Konfrontiert mit diesem kompakten Ergebnis aus vier Jahren Studioarbeit mußte ich feststellen, daß hier einige Perlen der Rockmusik auf Band manifestiert waren, die eindeutig ein besseres Schicksal verdient hatten als ein Ende an dem wohl am wenigsten beachteten Ort des WB 13.
Beim Anhören streiften meine Gedanken zurück zu den Anfängen dieser recht eigenwilligen Variante eines Tonstudios… Nachdem mit vom Rockmobil ausgeliehenen Geräten schon zu Anfangstagen des WB13 in den Proberäumen Aufnahmen gemacht wurden (VeitsTanz – Schwarzer Peter erinnert daran), verhalf ein ahnungsloser Dieb, der das gesamte Equipment aus der 1 klaute, uns zu einer kleinen Versicherungsprämie, die ihren Werdegang in der Grundausstattung eines LoFi-Studios nahm. Studio ist vielleicht etwas hochgestochen formuliert, erinnerte das neuerworbene Pult und die 8-Spur-Maschine im Wohnzimmer meiner Eltern doch eher an den Versuch, die häusliche Stereo-Anlage zu beleidigen. Aber immerhin lernte ich in diesen ersten Wochen, welcher Knopf was bewirkt und mit welchen Handgriffen die Abhörmonitore vor dem sicheren Feedback-Tod bewahrt werden konnten. Nun fand die neue Technik ihr endgültiges Zuhause im WB13. Seit diesem Umzug begann sich ein semikontinuierlicher Studiobetrieb zu etablieren, der durch Anfragen mir bekannter Bands,aber auch von fremden Combos am Laufen gehalten wurde.
Die Philosophie von Deadline, wie wir uns seit den Aufnahmen mit Aeolomea 96 nannten, war die des WB 13: wir wollten kein Geld verdienen, sondern zusammen mit den Bands, die uns gefielen, Wege finden, Musikstücke auf Band zu bannen, mit besonderem Augenmerk auf dem Mittelweg zwischen technisch nötigen Beschränkungen und der gewollt freien künstlerischen Entfaltung. Tja, die Idee zu einem Sampler war an jenem Nachmittag schnell gefaßt, allerdings dauerte es letztendlich noch ein ganzes Jahr, ehe die hier auf diesem Sampler vertretenen Bands als repräsentativer Durchschnitt der Arbeit von Deadline diesen Silberling ihr eigen nennen durften. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten – es bleibt die Hoffnung auf ein Volume II. Wir lassen den Beton weiterbrennen…!
Banscher