Der schwärzeste Tag im Leben von G. Danzig
Der schwärzeste Tag im Leben von G. Danzig | Grauzone 25
als ich vor zwei oder drei jahren auf einem bizarre-festival war, hatte auch ich endlich auch mal die gelegenheit glen danzig live zu erleben. es war zugegebenermaßen ein erlebnis. ein grauenhaftes. ein abgeschlaffter fleischberg mit fettiger langhaarfrisur in bester posermanier. oben ohne. quasi bindegewebsschwäche beginnend am trizeps. aber wir wollten doch unbedingt den permanenten ober-burner "mother" live on stage erleben...! also warten. langweilen. beschämt zu boden gucken. mit sehr, sehr vielen leuten. ahaa. es war sehr schönes wetter auch. ‘kea, wat sin meine fingernägel dreckich’ ...lalala....palim, palim....warten, warten... grausam, wie eine solche ikone es schafft, permanent am mikro vorbeizugrölen. naja, hauptsache posen. schon wichtig. wenn man sonst nix kann. ah! endlich! "mother" kommt. wurde auch zeit, schon das zweite lied. lange hätte ich das nicht mehr durchgehalten. ..mother...tell your children not to walk my way... warum seid ihr alle so still? hmm...
"ich glaube", sage ich zu meinem nachbarn, der wenigstens tapfer versucht, mit dem fuß im takt zu wackeln, "ich glaube", sage ich also, "ich gehe dann mal zum zelt, nudeln kochen. kommt einer mit?" "ehee", sagt er, der leidensgenosse. und die anderen sehr, sehr vielen leute auch. also gehen wir. total angeödet, schlurfend vom platz. die sonne scheint. und meine beschissenen fingernägel sind immer noch dreckig. ich habe auch gar nicht genug nudeln für die alle. "mother ??" glen schaut dann doch etwas komisch, als alle weg sind. sogar die band schleicht sich an ihrem frontmann vorbei, hechtet über die absperrungen und rennt stolpernd dem mob hinterher. am diebels-zelt beginnt man die gläser zu polieren, fässer zu wechseln. einzelne vögel wagen hier und da einige schüchterne melodien. blumen blühen. "MOTHER !!??"...zwitscher, zwitscher...blüh, blüh... "Jungs!", brüllt der olle glen, "ihr könnt doch nicht...!" drei schwarz gekleidete, sich quasi kaum von 15000 anderen schwarz gekleideten freaks unterscheidende kerle drehen sich um und brüllen zurück: "ach....HALT DIE KLAPPE!!!" - "aber..." doch weg sind sie. zwitscher, zwitscher....blüh...
und nun sitzen ca. 15000 menschen rund um mein kleines igluzelt und ich habe einfach nicht genug nudeln. aber alles wird gut. in einer halben stunde fangen fear factory an. dann habe ich zeit zum spülen und kann dann auch endlich meine fingernägel saubermachen. mother. ha! ...tell your children not to walk my way... tja, junge – das tun sie auch nicht. dat ham wir ja heute jesehn...
sas