Die grauzone - ein Kulturmagazin (1998 -2004)

Kloppi-Horror-Picture-Show Oder Antikörper greifen an

Kloppi-Horror-Picture-Show Oder Antikörper greifen an | grauzone 14

Wie fast alle schlimmen Tage, fing auch dieser völlig harmlos an. Augen auf , Augen wieder zu, auf, zu, auf, zu,... irgendwann hoch, kurzer Wasserkontakt, etc, etc. alles im grünen Bereich. In dem Moment, wo das 11jährige Mädchen, das in der Schlange beim Bäcker vor mir stand, ihr Geld aus einer (blaue Gauloises) nahm, wußte ich, daß dies kein Tag wie jeder andere sein würde. Doch zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, auf welch harte Probe das Schicksal mich und mein Zwerchfell stellen würde. Bevor ich aber den eigentlichen Hergang der Begegnung mit schildere, muß ich etwas weiter ausholen. Die Männerwelt unterteilt sich von der Physis her in drei ungleiche Gruppen: zum ersten wäre da der durchschnittlich mehr oder weniger schlanke und mehr oder weniger gutaussehende Typ, zu dem ich mich persönlich auch zählen würde (natürlich eher so unter den oberen zehntausend) und dann gibt es die zwei Extremgruppen:

Die Terrorkörper: Die Typen, die irgendwelchen Fitness- oder wahlweise Science-Fiction-Heften entsprungen zu sein scheinen. Sie tragen quasi nichts als Sonnenbräune und Muskeln mit sich herum, fahren zwangsläufig teure Autos und tragen nur edle Markenklamotten. Wo sie gehen scheint immer die Sonne, alle Frauen laufen ihnen hinterher, - naja, zum Glück nicht , aber Terrorkörper versauen definitiv jeden Durchschnitt und machen den anderen Gruppen das Leben und die Partnersuche zur Hölle.

und

die Antikörper: Die Diese wiederum unterteilen sich in zwei Untergruppen – Gruppe A ist meistens etwas unterernährt, sind stark vergeistigt und haben keinerlei Beziehung zu ihrem Körper, weshalb ich sie hier auch einmal die nennen will. (Wie sich die fehlende Beziehung zu ihren Körpern äußert, will ich später noch näherbeschreiben). – Gruppe B wiederum ist völlig a n d e r s h e r u mgepol t, für sie ist ihr Körper alles und Geist besitzen sie entweder nicht oder sie haben die Verbindung zu ihm schon i n d e r f r ü h e n Kindheit a u f e i n Minimum reduziert. Aus i r g e n d e i n e m unerfindlichen Grund sind sie meistens etwas übergewichtig, lieben aber trotzdem oder v i e l l e i c h t gerade deswegen jedes Gramm an sich und tragen dies auch mit unverhohlenem Stolz zur Schau. Beide Untergruppen kann man aber leicht mit dem Begriff Kloppis wieder vereinen

Kommen wir zurück zum Geschehen: nach acht Stunden in meinem neuen Super-Job war ich mal wieder bereit, mit “den Jungs” um die Häuser zu ziehen. (Darf ich Namen nennen ?) Also der Rogue, der Duke und ich machten uns zusammen auf die freitagabendlichen Socken. Erstes Ziel sollte die Kneipe sein, in der der Ronny die Bar keeperte. Im befreundeten Friedrichshain gelegen, sollte es dort im Keller sogar eine Disse geben, die nur unserer harrte. Und schon waren wir total unterwegs. In der “Tagung” angekommen machten wir uns kurz an der Bar breit, in der Hoffnung, von Ronny ‚‘nen Drink spendiert zu bekommen. Nachdem sich selbige als trügerisch erwiesen hatte, begaben wir uns in die als “total cool” angepriesene Tanzveranstaltung im Basement und mußten feststellen, daß sich dort gerade eine auf Wandertag befand. Wahrscheinlich lautete das Motto “Heute gehen wir mal in die ‚alternative Szene‘ und haben dort total Spaß”. Leider schienen sie auch Ihren eigenen DJ mitgebracht zu haben und hatten demzufolge wirklich den meisten Spaß unter allen Anwesenden. Die ganze Gruppe war derart am Abspassten, daß schon das Zuschauen körperliche Schmerzen bei uns hervorrief. Das Faß zum Überlaufen brachte ein bis dato seinen Freunden beim Ausflippen zuschauender (Typ ), als er den Entschluß faßte, auch mal einen Ausflug in die Welt der Ekstase zu wagen. Die Show, die jetzt folgte, spottet jeder Beschreibung und verschlägt mir auch jetzt, einige Tage später, noch immer die Sprache. Er verbog seinen Körper derart und warf seine Glieder völlig unkoordiniert in der Gegend herum, daß jeder, der sich in unmittelbarer Nähe befand, Gefahr lief, den einen oder anderen Schlag bzw. Tritt einzustreichen. Er wirkte wie eine veitstanzgeschüttelte Stabschrecke auf Speed und das war nicht die Art von Party, nach der wir gesucht hatten. Nachdem sich der partout nicht mehr setzen wollte, eine seiner Mitschülerin es gebracht hatte, sich auf mein Glas zu setzen und es damit jeglichen Inhalts zu berauben und schließlich und endlich der Kumpel an den Turntables auch noch “Die Flut” spielte, war es mit unserer Geduld vorbei. Wir empfahlen uns mit einem netten “Ihr- seid-total-scheiße” in die Runde und ergriffen die Flucht. Wenn ihr auch solche Geschichten erlebt habt, schreibt mir () und vielleicht geben wir zusammen mal ein Buch heraus: “Freitagabend in Berlin”.

hau

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